Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Sicherer und bedachter Umgang mit Snapchat

27. Januar 2016 | Nach Facebook-Messenger und WhatsApp wird ein weiterer Messenger-Dienst bei Jugendlichen immer beliebter: Snapchat. Damit lassen sich Fotos und Videos via Smartphone an Freunde verschicken, wobei diese nur kurz, zum Beispiel zehn Sekunden, sichtbar sind und danach vermeintlich gelöscht werden. Die App startete 2011 und die Nutzerzahlen wachsen seitdem stetig.

Doch auch wenn der Messenger-Dienst die Bilder nur kurz anzeigt, so weiß man nicht, was in dieser Zeit und danach mit dem eignen Foto geschieht. Denn das Archivieren und Weitersenden der Snaps ist einfach und praktisch: Jeder Empfänger kann das Bild per Screenshot, über einen Drittanbieterdienst wie beispielsweise Casper oder SnapBox, der Snaps speichert, oder durch einfaches Abfotografieren mit einem anderen Gerät dauerhaft speichern. Der Bildeigentümer verliert so schnell die Kontrolle über sein Bild. Gleichzeitig reduziert die kurze Anzeigedauer der Bilder jedoch die Hemmschwelle der Jugendlichen und verführt dazu leichtsinnig zu werden. Schnell können so peinliche Party-Bilder im Netz oder in den sozialen Medien landen und lassen sich dann nicht wirklich wieder löschen.

Neben dem Austausch von Bildern und Videos können Nutzer bei Snapchat auch so genannte „Geschichten“ erstellen, bei der einzelne Snaps in einer chronologischen Reihenfolge zusammengefügt werden. Diese können dann mit mehreren Nutzern oder auf Wunsch auch öffentlich geteilt werden. Nach 24 Stunden löschen sich die Geschichten automatisch. Zudem können Nutzer ihre Inhalte auch in öffentlichen „Live-Storys“ ablegen, um so Teil einer Geschichte, beispielsweise von Veranstaltungen oder Städten, zu werden. Die Live-Storys sind ebenfalls nur 24 Stunden sichtbar.

Es ist immer empfehlenswert, keine Bilder oder Videos von sich selbst oder der privaten Umgebung zu versenden. Gegen Landschafts- oder Städte-Aufnahmen ist nichts einzuwenden. Eltern sollten ihre Kinder im Umgang mit Snapchat begleiten und als „unabhängige Dritte“ in einem eigenen Account überprüfen, wie viele private Inhalte ihre Kinder öffentlich teilen. Doch auch bei Inhalten von anderen Teilnehmern sollten Eltern darauf achten, dass sich ihre Kinder nur für ihr Alter geeignete Bilder und Videos ansehen und auf Snapchat ausschließlich Kontaktanfragen von Dritten annehmen, die ihnen auch tatsächlich persönlich bekannt sind.

Snapchat garantiert in seinen AGBs nicht, dass die Bilder und Videos tatsächlich im vorgesehenen Zeitraum gelöscht werden. Wichtig ist beim Umgang mit Snapchat, dass nur die Original-App genutzt wird und keine Apps von anderen Anbietern oder von Internetseiten, die eventuell sogar mit Schad- oder Spionageprogrammen versehen sind, heruntergeladen werden. Weitere Tipps zum Umgang mit Snapchat gibt es bei Klicksafe.