Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Smarte Geräte in die Schultüte - aber sicher!

Jedes Jahr starten in Deutschland weit über eine halbe Million Erstklässler ihren Weg in die Schule. Ganz traditionell erhalten die Kinder dann ihre Schultüte, mit der sie stolz in die Schule stapfen. Neben Schulartikeln, Spielzeug und Süßigkeiten finden sich darin immer häufiger digitale Schulbegleiter. Als Geschenk ist vom Smartphone über das Tablet bis hin zu internetfähigen Armbanduhren, Weckern oder Spielekonsolen alles denkbar, was das Kinderherz erfreut. Dahinter verbergen sich jedoch auch Risiken und Gefahren im Netz für die jungen Internetnutzerinnen und -nutzer. Deswegen gilt es die Medien- und IT-Kompetenz der Kinder von klein auf zu fördern. Dazu gehört vorab natürlich, dass sich die Eltern mit der IT-Sicherheit der gekauften Produkte auseinandersetzen und Ihre Entscheidungen für oder gegen einen Einkauf genau abwägen. Auf was die Eltern achten sollten und was die Kinder wissen sollten, hat BSI für Bürger für Sie zusammengefasst.

Die Infografik enthält fünf Tipps zur IT-Sicherheit von smarten Geräten für Kinder: 1. IT-Sicherheit des Gerätes prüfen 2. Gerät kindgerecht einstellen 3. Wartung aller Software 4. Kind für Webgefahren sensibilisieren 5. Selbstschutz des Kindes stärken Infografik Smarte Geräte in die Schultüte - aber sicher! Infografik Smarte Geräte in die Schultüte - aber sicher! Quelle: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Digitale Schulbegleiter kaufen und absichern

Eltern haben die Verantwortung für den sicheren Umgang ihrer Kinder mit internetfähigen Geräten. Daher sollten die Eltern oder die schenkenden Verwandten und Freunde genau prüfen, ob die jeweiligen Geräte für Kinder besonders geschützt werden können. Wenn Sie einige grundlegende Schritte beachten, können Sie die Sicherheit wesentlich erhöhen:

  • Holen Sie sich aktiv Informationen zu der jeweiligen IT-Sicherheitsfunktionen des Gerätes und der enthaltenen Software ein. Vergleichen Sie zum Beispiel Bewertungen und suchen Sie nach Medienberichten und Tests zu eventuellen Schachstellen, wie zuletzt der AV-Test von 13 Kinderschutz-Softwaren. Gehen Sie auf die Herstellerseite, fragen Sie nach der Absicherung der Informationen, die auf den Geräten verarbeitet werden.
  • Klären Sie, ob sich das Gerät auf dem aktuellsten Software-Stand befindet, ob Sicherheitsupdates zur Verfügung gestellt werden und wie Sie zukünftige Sicherheitsupdates auf dem Gerät installieren können.
  • Stellen Sie fest, ob Sie selbst Einstellungen auf dem Gerät vornehmen können. Dazu zählt zum Beispiel, bestimmte Apps zu löschen oder Funktionen einzuschränken oder zu deaktivieren. Je nach System können diese Möglichkeiten stark variieren. Unter folgendem Link finden Sie weitere Tipps und Einstellungsmöglichkeiten.

Sobald Sie sich für ein Gerät entschieden haben, nehmen Sie sich die Zeit, um das Gerät für Kinder sicher einzustellen. Überprüfen Sie danach auch dessen Funktionalität. Eine Auswahl technischer Vorkehrungen zur Kindersicherung zeigt die Checkliste "Kindersicherung für Tablet, Smartphone und Computer" (BSI-Checkliste: Kinderschutz (PDF, 672KB)). Beherzigen Sie zudem die BSI-Tipps zu kindgerechten Startseiten für den Browser sowie begrenzten Zugriffsrechten für beispielsweise Download- und Surfmöglichkeiten.

Kleine Besitzer für ihre digitale Sicherheit sensibilisieren

Sie haben sich entschieden und den richtigen digitalen Schulbegleiter für Ihr Kind gefunden sowie entsprechend kindersicher eingestellt? Jetzt sollten Sie Ihr Kind mit der Nutzung des Geräts und speziell den Gefahren im Netz vertraut machen:

  • Erklären Sie Ihrem Kind die Funktion des Gerätes, und warum Sie bestimmte Einstellungen vorgenommen haben.
  • Gehen Sie sicher, dass Ihr Kind Gefahren selbst erkennen kann. Klären Sie Ihr Kind über Chatrooms, Spam-Mails, Schadprogramme und andere Gefahren im Netz auf.
  • Nutzen Sie den Leitfaden für das Eltern-Kind-Gespräch des BSI rund um den Themenbereich "Sicher ins Internet". Darin sind wichtige Sicherheitsregeln enthalten, die sich Ihr Kind einprägen sollte:

    • Glaube nicht einfach, was du im Internet liest.
    • Sprich mit uns/mir darüber, wenn dir etwas komisch vorkommt.
    • Gib niemals jemandem über das Internet deinen Namen, deine Adresse, deine Telefonnummer bekannt.
    • Überlege dir gut, welche Bilder du von dir hochlädst.
  • Sensibilisieren Sie Ihr Kind für die Absicherung der Geräte vor Diebstahl oder einem unerlaubten Zugriff Dritter auf die gespeicherten Informationen. Einfach und verständlich erklärt im Video des BSI: Sichere Passwörter

Bauen Sie Vertrauen auf. Bieten Sie Ihre Hilfe und Unterstützung an. Spielen Sie mit und zeigen Sie Ihr Interesse. Schaffen Sie eine Umgebung, in der IT-Sicherheit spielerisch erlernt werden kann. Achten Sie selbst darauf, dass die Geräte Ihrer Kinder immer über das aktuellste Update verfügen, um eventuelle Sicherheitslücken zu schließen.