Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Internetfähige Sicherheitskameras vor unbefugtem Zugriff schützen

29. November 2016 | Wenn die Einbruchszahlen in der dunklen Jahreszeit ansteigen, ist dies für viele Menschen ein Grund, ihr Zuhause mit Sicherheitskameras auszustatten. Immer häufiger greifen sie dabei auf Systeme zurück, die in das Heimnetzwerk eingebunden und über WLAN mit dem Internet verbunden sind. So lässt sich die Anlage dann beispielsweise via Smartphone auch von unterwegs aus steuern. Gleichzeitig besteht jedoch das Risiko, dass sich Dritte Zugriff auf die Kamera verschaffen. In der jüngeren Vergangenheit wurden Fälle bekannt, in denen Sicherheitskameras angezapft und ihre Bilder und sogar Tonspuren im Internet frei zugänglich veröffentlicht wurden. Auch können Täter die Kameras über das Internet deaktivieren, damit sie weiterhin ungestört in ein Haus oder eine Wohnung eindringen können, oder aber sie nutzen die verfügbaren Aufzeichnungen, um sich vorab einen Überblick zum Diebesgut zu verschaffen.
Das BSI weist auf einige Sicherheitsempfehlungen hin, die beim Kauf, der Einrichtung und dem Betrieb von internetfähigen Kameras beachtet werden sollten.

WLAN sichern

Da das WLAN meist der Ausgangspunkt für die Steuerung der Sicherheitskameras ist, muss dieses vor äußeren Zugriffen abgesichert werden. Internetnutzer sollten deshalb für ein sicheres Passwort und eine Verschlüsselung mit WPA2 sorgen. Durch eine Firewall sollte sowohl der Zugriff von außen auf die Kamera als auch von der Kamera auf das Internet nach Möglichkeit unterbunden werden. Falls es notwendig oder gewünscht ist, von außen auf die Kamera im Heimnetz zuzugreifen, sollte dies über ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) erfolgen.

Kamera einrichten

Die Einrichtung von Zugriffspunkten sowie die laufende Administration von Sicherheitskameras sollte – wenn möglich – kabelgebunden und nicht über das WLAN oder Funk erfolgen. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass keine unbefugten Personen direkten Zugang zum Access Point haben.

Ändern der voreingestellten Passwörter

Bei allen internetfähigen Geräten, über die private Daten wie Bilder erstellt oder ausgetauscht werden, ist ein sicheres Passwort eine der ersten Sicherheitsvorkehrungen, die getroffen werden sollten. Ändern Sie deshalb bei Inbetriebnahme der Kamera unverzüglich das bei der Auslieferung voreingestellte Passwort in ein sicheres Passwort mit mindestens acht verschiedenen Zeichen ab.

Sicherheitseinstellungen der Kamera anpassen

Nicht nur das WLAN, über das eine Kamera mit dem Internet verbunden ist, muss gesichert sein – viele Kameras bieten häufig selbst Optionen, die den Zugriff von außen erschweren. Oftmals kann ein passwortgeschützter Zugang zum Kamerabild eingerichtet und die Bilder können verschlüsselt übertragen werden. Zudem besteht häufig die Möglichkeit, unterschiedliche Rechte für Nutzer zu vergeben. Nutzen Sie diese Möglichkeiten. Weitere, detaillierte Angaben zu möglichen Sicherheitseinstellungen und -empfehlungen können Sie meist dem mitgelieferten Datenblatt der Kamera entnehmen.

Regelmäßige Updates von Firmware und Software

Updates von Programmen und Firmware sollten stets zeitnah und gewissenhaft durchgeführt werden. Das gilt auch für vernetzte Haustechnik. Nicht immer werden diese Updates automatisch eingespielt. Sie sollten sich regelmäßig auf der Webseite des Herstellers informieren, ob Updates verfügbar sind und diese dann manuell einspielen.