Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Messenger-Dienste: Beliebt, aber nicht unbedenklich

21. Februar 2017 | Messenger-Dienste sind aus der mobilen Kommunikation nicht mehr wegzudenken. Laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom aus dem Jahr 2016 verwenden mittlerweile 69 Prozent der deutschen Internetnutzer Messenger-Apps. Bei Jugendlichen liegt der Anteil bei über 80 Prozent. Neben den klassischen Textnachrichten können inzwischen über die Apps auch Videos, Sprachnachrichten, Fotos und Daten in fast jedem Format versandt werden. Häufig werden über Messenger lange Unterhaltungen geführt, teils zwischen zwei Gesprächspartnern, teils mit mehreren im Gruppenchat. Viele Nutzer machen sich wenige Gedanken, was mit all diesen gesendeten Daten passiert und ob sie auf dem Weg vom Sender zum Empfänger geschützt vor ungewollten Mitlesern sind.

Bei Verschlüsselung und Datenschutz kommt es auf den Anbieter an

Nutzer sollten unbedingt darauf achten, dass ihre Daten verschlüsselt übertragen und die Chatverläufe auf dem Endgerät ebenfalls verschlüsselt gespeichert werden. Viele Messenger bieten mittlerweile eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an, bei der Nachrichten nur auf den Geräten der Kommunikationspartner im Klartext vorliegen und die Datenübertragung durchgehend verschlüsselt erfolgt. WhatsApp, der mit Abstand beliebteste Messenger, hat diese Art der Verschlüsselung 2016 standardmäßig eingeführt. Auch bei Messengern wie Signal, Threema oder Wire ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Haus aus eingestellt. In anderen Chat-Diensten, wie dem Facebook-Messenger, Google Allo oder Telegram muss der Nutzer die Verschlüsselung selbstständig aktivieren. Zudem unterscheiden sich die einzelnen Messenger darin, welche Zugriffsrechte sie auf persönliche Daten, beispielsweise das Adressbuch, einfordern sowie in ihren Datenschutzbestimmungen. Eine Übersicht zu den Datenschutzregelungen der gängigsten Messenger-Dienste bietet die Verbraucherzentrale.

Cyber-Mobbing über den Messenger

Wie auch andere Kommunikationsmittel können Messenger-Dienste missbraucht werden, um Mitmenschen zu mobben oder diffamierendes Bildmaterial zu verbreiten. Gerade die Möglichkeit Bild- und Videomaterial zu verschicken, kann dazu verführen, es zu verfälschen oder an einen größeren Adressatenkreis zu verbreiten. Zudem können sich in Gruppenchats Dynamiken entwickeln, in denen einzelne Chatteilnehmer bloßgestellt werden. Bösartige Beiträge aus einem Gruppen-Chat zu entfernen, gestaltet sich oft schwierig, denn selbst wenn die Nachrichten aus dem eigenen Chatverlauf gelöscht sind, werden sie den anderen Gruppenmitgliedern weiterhin angezeigt. Einige Verhaltenstipps zielen darauf ab, potenziellen Mobbern wenig Angriffsfläche zu bieten. Wichtig ist jedoch immer, das Problem auch offline zu thematisieren und gegebenenfalls Hilfe bei Außenstehenden zu suchen. Dies kann sogar anonym geschehen, zum Beispiel durch einen Anruf bei der "Nummer gegen Kummer".

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