Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Infiziert durch die Fußball-EM?

Fußball-EM lockt auch Cyber-Kriminelle an

18. Mai 2016 | Nur noch wenige Wochen, dann ertönt endlich der Anpfiff zum Eröffnungsspiel der EM im Stade de France. Mehr denn je findet das Spektakel rund um die eigentlichen Spiele heute im Internet statt. Und genau dort lauert ein oft unterschätztes Risiko: Cyber-Kriminelle nutzen Themen mit hohem Aufmerksamkeitswert, um Informationssuchende und sportbegeisterte Internetnutzer in die Falle zu locken.

Cyber-Krimineller mit Tastatur und im Vordergrund ein Fußball im Netz Quelle: © eugenesergeev und anekoho / fotolia.com

Trojaner, Phishing und Co.

Viele Menschen möchten vor und während Großereignissen wie der Fußball-EM stets auf dem Laufenden bleiben und suchen das Internet stetig nach den neuesten Nachrichten ab, beteiligen sich an Gewinnspielen oder Tipprunden. Oft genügt schon ein Klick auf einen Link oder das Öffnen einer E-Mail, um das genutzte Gerät, sei es PC, Laptop, Tablet oder Smartphone, mit einem Schadcode zu infizieren. Die Bandbreite reicht vom Datendiebstahl (Phishing) über Erpressung durch Verschlüsselung der lokalen Daten (Ransomware) bis hin zum Missbrauch des Computers durch Dritte für groß angelegte Hackerangriffe (Bots). Deshalb sollten Internetnutzer besonders bei ihnen unbekannten Angeboten im Web achtsam sein, keine E-Mails unbekannter Absender – so verlockend und spannend der Betreff auch lauten mag – öffnen, und bei Links oder Bannern mit unklarem Zielort lieber auf das Anklicken verzichten.

Zwar geht von offiziellen Kanälen wie Nachrichtenseiten, Onlinemagazinen, den Angeboten der Rundfunkanstalten oder bekannter und etablierter Spiel- und Wettplattformen in der Regel keine Gefahr aus. Über sogenannte Drive-by-Downloads können jedoch auch bei populären Internet-Seiten schädliche Inhalte ohne Zutun des Nutzers im Hintergrund heruntergeladen werden. Es ist daher immer wichtig, Software und Betriebssystem auf dem aktuellen Stand zu halten und Sicherheitsupdates sofort durchzuführen. Zudem sollte jeder Anwender sich mit Virenschutzprogrammen und einer Firewall aktiv schützen.

Vorsicht beim Ticketkauf

Viele Fußballfans möchten auch eine der begehrten Eintrittskarten ergattern, um Spiele selbst vor Ort zu erleben. Cyber-Kriminelle machen sich diesen Wunsch zunutze, indem sie gefälschte Webseiten ins Netz stellen, um Menschen in die Falle zu locken. Deshalb sollten Nutzer auf Webseiten, deren Urheber und Herkunft unbekannt oder unklar sind, keinesfalls Kreditkarten- oder Bankdaten eingeben, um vermeintliche Ticketkäufe zu tätigen. Wer ein Ticket erwischen will, sollte ausschließlich auf die offiziellen Kanäle der Veranstalter zurückgreifen. Unabhängig vom Online-Shop und der gewünschten Zahlungsmethode gilt: Achten Sie immer darauf, dass alle Daten verschlüsselt werden, die Sie an einen Online-Shop übermitteln.

Wir haben Ihnen eine Reihe umfassender Tipps für die sichere Computer- und Internetnutzung auf Reisen zusammengestellt.

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