Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Mit Backups bei Ransomware auf der sicheren Seite

Mit Verschlüsselungstrojanern wie zuletzt "WannaCry" und zuvor "Locky" oder "Tesla" möchten Internet-Kriminelle von ihren Opfern Lösegeld erbeuten. Deswegen wird diese Art der Schadsoftware auch Erpresser-Software oder Ransomware genannt. Ist eines Ihrer Geräte mit einer solchen Schadsoftware infiziert, verschlüsselt sie Daten auf dem Laptop, Computer oder Smartphone. Die Folge: Der Nutzer kann nicht mehr auf seine eigenen Daten zugreifen, sie öffnen oder mit ihnen arbeiten. Stattdessen erscheint auf dem Bildschirm des Gerätes ein Erpresserbrief, in dem Cyber-Kriminelle die Zahlung eines Lösegelds fordern. Im Gegenzug sollen die Daten wieder entschlüsselt werden, eine Garantie gibt es dafür aber nicht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät Betroffenen, kein Lösegeld zu zahlen und Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Daten kopieren und sichern

Regelmäßig angelegte Sicherungskopien oder Backups der Daten und des gesamten Systems sind im Falle einer Infektion des Systems mit einem Verschlüsselungstrojaner oft die einzige Möglichkeit, die verschlüsselten Dateien wiederherzustellen. In vier Schritten können Sie mit einer Sicherungskopie den Schutz Ihrer Daten zu erhöhen:

  1. Sichern Sie Ihre Daten regelmäßig auf einem externen Speichermedium, beispielsweise auf einer Festplatte oder in einem vertrauenswürdigen Cloud-Speicher.
  2. Viele Verschlüsselungstrojaner können auch Daten auf externen Laufwerken und Netzlaufwerken unbrauchbar machen. Verbinden Sie das Speichermedium für Ihre Datensicherungen deshalb nicht dauerhaft mit Ihrem Computer.
  3. Bewahren Sie Ihre Datensicherung räumlich getrennt von Ihrem Gerät an einem geschützten Ort auf. Wenn Sie Cloud-Dienste für die Datensicherung verwenden möchten, informieren Sie sich, welchen Schutz Ihrer Daten (Transportverschlüsselung, verschlüsselte Ablage) der Cloud-Betreiber gewährleistet.
  4. Prüfen Sie anhand einiger Test-Dateien, ob die gesicherten Daten tatsächlich wiedergestellt werden können.

Natürlich hilft Ihnen die Datensicherung auch im Falle eines technischen Fehlers in beispielsweise Ihrer Festplatte. Warum das passieren kann? Der Artikel Gründe für den Datenverlust gibt Ihnen Antwort. Zudem sollten Sie Prioritäten setzen, welche Daten Sie unbedingt regelmäßig sichern wollen.

Infektionen des Systems vermeiden

Neben den regelmäßigen Backups ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass es gar nicht erst zu einer Ransomware-Infektion kommt.

Dazu zählt insbesondere, dass Sie Standardschutzmaßnahmen für die sichere Einrichtung Ihres Computers, Tablets und Smartphones ergreifen und Sicherheitsupdates für Software wie Betriebssystem, Browser und Browser-Plugins (Java, Flash, Adobe-Reader, etc.) einspielen. Schwachstellen in der Software können von Internet-Kriminellen ausgenutzt werden, um das gesamte System und verbundene Netzwerke lahm zu legen, wie aktuell der Erpressungstrojaner "WannaCry" gezeigt hat. Die Erpresser suchen nach verwundbaren Systemen, auf denen das seit März verfügbare Sicherheitsupdate für die Microsoft Betriebssysteme Windows noch nicht eingespielt wurde, und nutzen die Sicherheitslücke aus, um die Erpresser-Software "WannaCry" einzuschleusen. Das BSI empfiehlt allen, ihre digitalen Geräte immer auf dem neuesten Stand zu halten. Links zu den Microsoft Sicherheitspatches mit Bezug auf "WannaCry" finden Sie in der BSI Pressemitteilung. Verfolgen Sie auch die Sicherheitshinweise des Bürger-CERT Teams und den dazugehörigen Newsletter "Sicher • Informiert".

Zudem ist es wichtig, dass Sie beim Surfen im Netz verdächtigen Mails oder Links mit Vorsicht begegnen. Wenn Sie etwa eine Rechnung von einem Ihnen unbekannten Dienstleister oder ein E-Mail-Fax erhalten, erkundigen Sie sich persönlich beim Absender, bevor Sie den Anhang öffnen oder dem Link folgen. Surfen Sie immer mit gesundem Menschenverstand.

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