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Hoaxes (Falschmeldung)

"Hoax" steht im Englischen für "schlechter Scherz". Im Internet hat sich der Begriff als Bezeichnung für Falschmeldungen, vergleichbar mit Zeitungsenten, einbürgert. Darunter fallen beispielsweise die zahlreichen falschen Warnungen vor bösartigen Computerprogrammen. Angeblich können diese Festplatten löschen, Daten ausspionieren oder anderweitig Schaden auf den Rechnern der Betroffenen anrichten. Hoaxes betreffen aber auch Petitionen gegen vermeintliche skandalöse Praktiken von Unternehmen ("Verkauf von Bonsai-Katzen"), Aufrufe zu Knochenmarkspenden für nicht existente Personen oder "Geheimtipps", wie man an schnelles Geld gelangen kann.

Elemente eines Hoaxes

Die meisten "Hoaxes" enthalten folgende Elemente:

  • Einen Aufhänger, der Seriosität vermitteln soll (etwa einen Bezug zu einem bedeutenden Unternehmen)
  • Eine angebliche Sachinformationen über ein Ereignis von besonderer Bedeutung (etwa das Auftauchen eines Computerschädlings) oder sensationelle Einkunftsmöglichkeiten (etwa angebliche Provisionen durch große Softwarekonzerne für die Weiterleitung von Mails), Hinweise auf Katastrophen (z. B. Tsunami) oder Verschwörungstheorien
  • Keine Daten, dafür aber Aktualität signalisierende Bezüge wie "gestern" oder "soeben"
  • Die dringende Bitte, die Information oder Warnung möglichst allen Bekannten zukommen zu lassen.

Gefahren und Schutz

Gefährlich für den einzelnen Nutzer kann es werden, wenn er Handlungsanleitungen befolgt, die sein Computersystem betreffen. In einigen Hoaxes werden nämlich vermeintliche Tipps dazu gegeben, wie Viren und Würmer von Computern entfernt werden können. Wer diese Anleitungen befolgt, löscht allerdings Systemdateien, wodurch eventuell ernste Probleme entstehen können.

Generell gilt daher: Trauen Sie Ihrem gesunden Menschenverstand und hinterfragen Sie Mails in denen Ihnen plötzlicher Reichtum versprochen wird und die Sie zur Weiterleitung auffordern. Das Gleiche gilt für Kettenbriefe – am besten sofort löschen und keinesfalls weiter leiten!

Der wirtschaftliche Schaden durch Hoaxes ist enorm: Eine derartige E-Mail kann per Schneeball-System an Tausende von Personen über Wochen, Monate oder gar Jahre weitergereicht werden – der oben als Beispiel angeführte "Microsoft-Hoax" ist bereits seit dem Jahr 1999 im Umlauf. Jeder der Empfänger verbringt einige Sekunden teurer Arbeits- oder kostbare Freizeit damit, die E-Mail zu lesen, weiterzuleiten oder zu löschen. Zusätzlich entsteht jede Menge ungewollter Datenverkehr im Internet, der hohe Kosten verursacht, die irgendjemand (also auch Sie als normaler Nutzer) tragen muss. Insgesamt kommt so viel Zeit und Geld zusammen, die verschwendet werden!

Eine umfassende Auflistung aktueller "E-Mail-Enten" finden Sie übrigens auf der Hoax Liste der TU-Berlin.

Beispiel:

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Betreff: Microsoft verschenkt Dollars

Normalerweise sende ich keine Nachrichten dieser Art,
aber diese Nachricht kommt von einer sehr guten Freundin,
meiner Freundin, diese ist Anwältin und es scheint eine
interessante Möglichkeit zu sein. Wenn Sie sagt, dass es
funktioniert, dann funktioniert es auch.
Jedenfalls kann man nichts dabei verlieren.

Folgendes hat sie mir erzählt:

Ich bin Anwältin und ich kenne das Gesetz. Das ist eine Tatsache.
Täuscht euch nicht, AOL und Intel halten ihre Versprechen aus Angst,
vor Gericht gebracht und mit Forderungen in Millionenhöhe konfrontiert
zu werden, so wie es Pepsi Cola mit General Electric vor kurzem gemacht
hat. Liebe Freunde, haltet dies bitte nicht für einen dummen Scherz.

Bill Gates verteilt gerade sein Vermögen. Wenn ihr darauf nicht reagiert,
könnte es Euch später leid tun. Windows ist noch immer das am häufigsten
genutzte Programm. Microsoft und AOL experimentieren gerade mit diesem
per e-Mail versandten Text (e-mail beta test)

Wenn ihr diese Mail an Freunde versendet, kann und wird Microsoft zwei Wochen
lang euren Spuren folgen. Für jede Person, die diese Nachricht versendet,
zahlt Microsoft 245 Euro. Für jede Person, der ihr diese Nachricht geschickt habt
und die sie weiterleitet, bezahlt Microsoft 243 Euro. Für die dritte Person,
die sie erhält, bezahlt Microsoft 241 Euro. Nach zwei Wochen wird sich Microsoft
mit der Bitte um Bestätigung der Postanschrift an Euch wenden und euch einen
Scheck schicken.

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