Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Auswahl und Kompatibilität der Daten

Als Erstes sollte entschieden werden, welche Daten eigentlich zu sichern sind. Sollen einzelne Daten, wie Termine oder Kontakte, oder das gesamte System gesichert werden? Zudem stellt sich die Frage, ob die gesicherten Daten auf einem anderen System auszulesen und bearbeitbar sein sollen. Gerade bei einem Wechsel zum Beispiel des Betriebssystems können Kompatibilitätsprobleme auftreten.

Alle Dateien versus einzelne Dateien speichern

Die meisten Gerätehersteller stellen für die Sicherung der meisten Daten auf dem Smartphone direkt eine eigene Back-up-Software mit entsprechenden Funktionen zur Verfügung. So können beispielsweise für ein iPhone mit iTunes automatisierte Back-ups eingerichtet werden und für Android über den Google Account angelegt werden. Meistens kann der Nutzer oder die Nutzerin über die Einstellungen des Smartphones und/oder der jeweiligen App individuell entscheiden, welche Daten gesichert werden sollen und welche nicht.

Je nach genutzter Back-up-Software können Datensicherungen allerdings oft nicht auf unterschiedlichen Betriebssystemen genutzt werden. So kann es bei einem Systemwechsel von iPhone auf Android oder umgekehrt zu Problemen kommen. Bei Bedarf gibt es im Internet hierzu zahlreiche Anleitungen.

Weitere Probleme bei der Kompatibilität der Daten können auftreten, wenn von einem älteren auf ein neueres Modell desselben Herstellers oder umgekehrt gewechselt wird. Das gleiche gilt natürlich für neue und alte Versionen einer App. Eine Textbearbeitungs-App in einer älteren Version kann Daten derselben App in einer aktuelleren Version oft nicht korrekt auslesen. Um diese Probleme zu vermeiden, muss die Datensicherung entsprechend angelegt werden. Ansonsten können Inhalte aus einzelnen Daten oder gesamte Datensätze verloren gehen oder nur teilweise wiederhergestellt werden. Die Kompatibilität ist deswegen auf jeden Fall vorher für jeden individuellen Datensatz zu prüfen.

Smartphone-Nutzer mit entsprechenden technischen Kenntnissen, lassen sich teilweise dazu verleiten, die Geräte zu rooten oder jailbreaken, um komplett autark und ohne zusätzliches Sicherungs-Programm die Daten zu sichern. Gerade, wenn es zum Beispiel um Daten zum Betriebssystem oder um Daten geht, die erst nach dem Rooten oder Jailbreak aus dem gesperrten Speicherbereich auf andere Geräte übertragen werden können. Das Gefährdungsrisiko ist hierbei sehr hoch, da bestimmte Schwachstellen im System bestehen bleiben können, die dann für Angriffe aus dem Internet genutzt werden können. Daher rät das BSI vom rooten und jailbreaken grundsätzlich ab. Zudem können bei einer selbstbestimmten Datensicherung wichtige Daten vergessen werden.

Wenn, unabhängig von der Gerätegrundverschlüsselung, eine zusätzliche Verschlüsselung von einzelnen Dateien oder Verzeichnissen auf dem Smartphone aktiviert wurde, muss der Nutzer oder die Nutzerin darauf achten, dass dasselbe Verschlüsselungsprogramm auf beispielsweise dem Computer installiert ist und gegebenenfalls der notwendige Schlüssel für die Datenentschlüsselung vorliegt.

Zusätzlich ist zu beachten, dass jede Art Datei, ob Kontakt-Datenbank oder Film, sich voneinander in seiner Kompatibilität mit anderen Systemen unterscheiden kann. Dies kann für die Datensicherung teilweise einen Mehraufwand bedeuten, da es von dem Smartphone-Nutzer im Zweifel ausprobiert und getestet werden muss, ob die Daten komplett und bearbeitbar auf dem anderen System gesichert wurden.

Unterschiedliche Datenarten beachten

Umso mehr unterschiedliche Datenarten gesichert werden sollen, desto komplexer und aufwändiger ist die Datensicherung. Aktuell bieten Back-up-Apps wenige Auswahlmöglichkeiten, um die Vielfalt der Daten, besonders von unterschiedlichen Systemen, einfach zu sichern. Die folgende Auswahl zeigt, wie viele unterschiedliche Datenarten sich auf einem Smartphone befinden können und wie viele bei einer Sicherung berücksichtigt werden können.

Nachdem entschieden worden ist, welche Daten auf welchem Speichermedium gesichert werden sollen, muss eine passende Backup-Software ausgewählt werden, welche die entsprechenden Daten unterstützt. Während der iPhone Nutzer dabei relativ eingeschränkt ist, sollte der Android-Nutzer recherchieren und gegebenenfalls unterschiedliche Sicherungs-Programme testen.

Dokumente

Das Sichern und Wiederherstellen von Dokumenten wie PDFs oder Textdokumenten macht in den seltensten Fällen Probleme. In der Regel können diese Dateien ohne besondere Zugriffsrechte auf anderen Systemen gesichert, geöffnet und bearbeitet werden. Die einzige Voraussetzung ist, dass auf dem jeweiligen Gerät eine entsprechende Version der Lese- und Bearbeitungssoftware installiert sein muss.

Multimediale Inhalte

Multimediale Daten wie Fotos, Videos und Musik können je nach Betriebssystem über eine eigene Verwaltungs-App gesichert werden. Zur reinen Sicherung können multimediale Daten genauso behandelt werden wie Dokumente. Schwierigkeiten können dabei die jeweiligen Verwaltungs-Apps verursachen, welche ihre eigenen Strukturen wie Fotoalben und Musik-Playlisten erzeugen, wenn diese über ein anderes System verwaltet werden sollen. Der Vorteil der in das jeweilige Betriebssystem integrierten Back-up-Lösung ist, dass die Daten bei Nutzung dergleichen App auf dem Smartphone und einem Computer über einen Cloud-Dienst bei jeder Veränderung direkt synchronisiert werden können.

Der Nutzer, die Nutzerin sollte hier jedoch beachten, dass bei einem Back-up der Fotos die Bilddateien unter Umständen mit einer geringeren Auflösung in der Cloud gespeichert werden, was zu einem Verlust in der Bild-Qualität führen kann. Sollen die Daten in der Originalgröße synchronisiert werden, kann dies entweder in den Einstellungen geändert werden oder die Fotos sollten als Dateien gesichert werden (siehe dazu Abschnitt "Speichermedien und Software auswählen").

Kontakte

Zu Beginn der mobilen Telefonzeit waren die unter einem Kontakt auf der SIM-Karte gespeicherten Daten auf Nachname, Vorname und Telefonnummer begrenzt. Dies hat sich mit der Entwicklung der Smartphones komplett verändert. Der Kontakt ist hier meistens direkt in einer Kontakt-Datenbank abgelegt und nicht mehr auf der SIM-Karte selbst - es sei denn, dies wurde vom Nutzer oder der Nutzerin explizit so eingestellt. Der einzelne Kontakt kann zusätzlich zu den eben genannten Informationen zu einer Person, mit vielen weiteren Daten ergänzt werden. So wird oft auch die Funktion der jeweiligen Person notiert, wo diese arbeitet oder lebt, und ein Profilfoto, das Geburtsdatum sowie Verlinkungen zu deren Profil in Messenger-Diensten abgelegt.

Betriebseigene Back-up-Apps des Smartphones berücksichtigen bei der Synchronisation meistens alle zusätzlichen Angaben zu einem Kontakt. Es ist ratsam,genau die Einstellungen zur Sicherung der Kontakt-Datenbank zu prüfen, damit die einzelnen Kontakte komplett übertragen und bei Bedarf synchronisiert werden.
Je nach genutzter Backup-Software ist es teilweise nicht möglich, über die integrierte Kontakte-Datenbank unterschiedliche Kontaktsammlungen auf dem Computer und dem Smartphone zu führen. Wer auf seinem Smartphone und Computer unterschiedliche Kontakt-Datenbanken verwalten möchte, sollte eine alternative Verwaltungs-App recherchieren und nutzen.

Kontakt-Datenbanken können für Internet-Kriminelle interessant sein und sollten daher mit entsprechender Vorsicht verwaltet und gesichert werden. Werden die Daten beispielsweise in einer Cloud gesichert oder synchronisiert, sollte auf eine entsprechende Verschlüsselung geachtet werden.

Kalender

Vor einigen Jahren wurde der Terminkalender auf dem Handy genutzt, um wichtige Termine wie Geburtstage, Hochzeitstage, Feiertage und auch dienstliche Angelegenheiten nicht zu vergessen.

Mittlerweile können, unter der Voraussetzung eines gemeinsam genutzten Dienstanbieters, Kalendereinträge mit anderen Kontakten wie der eigenen Familie oder unter Arbeitskollegen und -kolleginnen geteilt werden. Zudem werden die Termine oft mit zusätzlichen Informationen gespeichert, wie Links, einer Teilnehmerliste oder auch einem Dokument.

Termin-Datenbanken mit entsprechend umfangreichen Informationen können interessant für den unerlaubten Zugriff Dritter sein und sollten deswegen auch mit Sorgfalt behandelt werden.

Doch durch die Möglichkeit, einen Termin mit zusätzlichen Informationen zu versehen, hat sich die Komplexität der Speicherung eines Termins auf anderen Systemen entsprechend erhöht. Dabei hängt es vom einzelnen System ab, wie Daten aus dem eigenen Kalender gesichert werden können.

Soll der Kalender nicht bei einem entsprechenden Internetdienst gespeichert werden, aber dennoch mit einem oder mehreren Kontakten geteilt werden, besteht die Möglichkeit mit entsprechenden Kenntnissen seinen eigenen Cloud-Dienst einzurichten.

Sollen die Termine mit niemandem geteilt werden und nicht bei einem Internet-Dienst hinterlegen, gibt es ähnlich wie bei den Kontakten, Apps mit welchen der Terminkalender auf einem lokalen Computer gesichert werden kann. Auch hier gilt, wie bei den Kontakten, dass eventuelle Synchronisierungs-Einstellungen zu beachten sind.

Bei der Verwendung von Cloud-Diensten sollte auf eine entsprechende Verschlüsselung geachtet werden.

Ruflisten

Ruflisten, die die ein- und ausgehenden sowie verpassten Anrufe inklusive Anrufzeit und Dauer dokumentieren, können zum Beispiel für den Nachweis eines Anrufs interessant sein. Für die Sicherung einer Rufliste in einer lesbaren Form auf einem anderen Gerät als dem Smartphone wird jedoch ebenfalls eine entsprechende Software oder App benötigt. Die Möglichkeiten müssen, je nach Anbieter, individuell geprüft werden. Natürlich sollte auch hierbei auf den entsprechenden Schutz dieser sensiblen Daten geachtet werden.

SMS

Oft ist in der integrierten Back-up-Software die Option, SMS zu sichern, mit berücksichtigt. Sollen die SMS-Daten nicht automatisch gesichert werden, muss dies in den Einstellungen des jeweiligen Back-up-Tools deaktiviert werden. Sollen alternative Sicherungs-Apps eingesetzt werden, ist auch bei diesen im Vorfeld die sichere Übertragung und Speicherung von SMS zu prüfen.

E-Mail-Konten

Fast jeder E-Mail-Anbieter stellt seine eigen E-Mail-App zur Verfügung. Einige Apps sind dazu in der Lage, E-Mails auf dem Smartphone in eine Art Container zu sichern, den man wiederum auf den PC oder in die Cloud übertragen kann. Das können aber nicht alle E-Mail-Apps. Es ist daher individuell zu recherchieren, ob dies möglich ist. Sollen die Mails nicht dauerhaft auf dem Server des Diensteanbieters gespeichert werden, benötigt man eine E-Mail-App, mit der sich die E-Mails lokal auf das Smartphone exportieren lassen, oder eine zusätzliche App, welche die E-Mail-Sicherung übernehmen kann.

Soziale Netzwerke

Auf vielen Smartphones sind Apps von sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Snapchat und Co. installiert. Anstatt bei jedem Log-in User-Name und Passwort einzugeben, ist es mittlerweile üblich, dass beim ersten Login in eine App ein sogenannter Token zur Authentifizierung auf dem Smartphone abgelegt wird. So müssen sich Nutzerinnen und Nutzer vom selben Smartphone nicht erneut anmelden. Dieser Token kann nicht separat gespeichert werden, sondern wird automatisiert im für den Nutzer gesperrten Speicherbereich der Geräte abgelegt. Zudem verfällt diese Authentifizierungs-Token u.a. Zeit- und/oder Orts- abhängig.
Da sich die Nutzer nur beim Verfall des Tokens an die Zugangsdaten des Accounts für das soziale Netzwerk erinnern müssen, geschieht es häufig, dass die Zugangsdaten vergessen werden. Es sollte daher darauf geachtet werden, sich die Benutzernamen und Passwörter für die Profile in sozialen Netzwerken zu merken, um sich erneut anmelden zu können.

Messenger

Messenger-Dienste sind kaum noch von Smartphones wegzudenken. In der Regel werden die darüber verschickten Textnachrichten, Videos oder Fotos nur solange auf dem Server des Messenger-Dienstes gespeichert, bis die Nachricht empfangen wurde. Danach sind die Daten lokal auf dem Smartphone abgelegt. Kommt das Smartphone abhanden , gehen die alten Inhalte und Chatverläufe verloren, wenn diese nicht gesichert werden.

Möchte man auf einem neuen Smartphone den gleichen Messenger nutzen und auch die alten Chats verfügbar haben, gibt es im Internet Anleitungen, was explizit mit welcher Version bei welchem Betriebsystem-Übergang zu beachten ist.

Deswegen können in den meisten Messenger-Apps Chatverläufe archiviert oder exportiert werden. Alternativ können spezielle Sicherungs-Apps genutzt werden, dies ist jedoch, je nach System und Gerät, individuell zu prüfen und zu recherchieren.

Browser

Auf Smartphones können neben einem häufig bereits vorinstallierten Browser zusätzliche Browser-Apps installiert werden. Browser speichern ebenfalls persönliche Daten ab, wie beispielsweise die Browser-Historie, Lesezeichen, Formular-Einträge oder Passwörter. Zur Sicherung dieser Browser-Daten können zumeist die herstellereigenen Back-up-Lösungen genutzt werden. Sollte dies nicht der Fall sein, gibt es auch zusätzliche Apps, welche diese Daten sichern können. Auch hier gilt zu überlegen, ob die Datensicherheit durch eine entsprechende Verschlüsselung gewährleistet ist und ob die Daten auf einen anderen Gerät ausgelesen werden können.

Passwörter

Damit mobile Daten nicht ständig genutzt werden müssen, verbinden sich viele Smartphone-Nutzer beispielsweise zuhause über ein dort vorhandenes WLAN-Netzwerk. Die meisten Smartphones sind so voreingestellt, dass das dazu benötigte Passwort nur einmal eingegeben werden muss. Es wird dann in einem Verzeichnis auf dem Smartphone, welches nur mit Root-Rechten einsehbar ist, abgelegt. Das WLAN-Passwort kann der Nutzer in der Regel nicht auf ein anderes Gerät übertragen und muss es beispielsweise auf einem neuen Smartphone neu eingegeben.

Alle anderen Passwörter, die für die Nutzung des Smartphones benötigt werden, wie die Bildschirmsperre oder Zugangsdaten zu anderen Online-Diensten wie zum Beispiel einer Cloud, sollten sich die Nutzerinnen und Nutzern direkt selbst merken.

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