Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Gefahren und Schutzmaßnahmen

Welche Gefahren und welche Schutzmöglichkeiten gibt es?

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Internetseiten mit ungeeigneten Inhalten

Die Gefahren:

Neben vielen nützlichen Inhalten sind im Internet insbesondere für Kinder auch ungeeignete Inhalte nur einen Mausklick weit entfernt. Gewaltverherrlichende Online-Spiele, rassistische oder pornografische Angebote sind nur einige Beispiele. Doch auch in vermeintlich harmlosen Online-Diensten wie Chatprogrammen und sozialen Medien lauern Risiken: dort lassen sich nicht nur kindgerechte Inhalte teilen. Auch gibt es Menschen, die mithilfe falscher Profile ihre wahre Identität verbergen und auf diese Weise versuchen, mit Kindern in Kontakt zu kommen.

Die Schutzmaßnahmen:

Richten Sie für Ihr Kind ein eigenes Profil mit eigenem Passwort auf dem Familien-PC oder Tablet ein und beachten Sie folgende Hinweise:

  • Achten sie darauf, dass geeignete Startseiten wie etwa www.internet-abc.de, www.internauten.de, oder www.helles-koepfchen.de für den Interneteinstieg Ihres Kindes eingerichtet sind. Eine gute Auflistung von kindergerechten Webseiten finden Sie auch unter www.seitenstark.de.
  • Mit Hilfe von Jugendschutzprogrammen ("Filter") können Sie die Computernutzung Ihrer Kinder einschränken. Nähere Informationen darüber, was diese Werkzeuge leisten, erhalten Sie in den technischen Grundlagen.
  • Klären Sie Ihr Kind darüber auf, welche Art von gefährlichen Inhalten es im Internet, in Chatforen oder Sozialen Netzwerken gibt. Die Kommission für Jugendmedienschutz stellt dafür Broschüren bereit.
  • Melden Sie bedenkliche Angebote den Beschwerdestellen von jugendschutz.net und dem Verband zur Freiwilligen Selbstkontrolle eco/FSM. Diese Einrichtungen können geeignete Schritte gegen die Seitenbetreiber ergreifen.
  • Bleibten Sie in Kontakt mit Ihrem Kind und zeigen Sie Interesse an dem, was es im Internet tut.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, wie es sich sichere Passwörter zum Schutz von Daten und Accounts überlegen kann. Wir haben für Sie einige hilfreiche Tipps zusammengestellt.

Internetchats als Kontaktbörse

Die Gefahren:

Chatrooms können dazu missbraucht werden, sexuelle Kontakte zu Minderjährigen aufzubauen oder Drogen zu verkaufen. Daneben gibt es aber auch Foren, in denen beispielsweise rassistische Aktionen vorbereitet oder die möglichen Arten der Durchführung eines Selbstmords diskutiert werden.

Die Schutzmaßnahmen:

  • Reden Sie mit Ihrem Kind darüber, welche Gefahren in Chatrooms existieren. (Eine Broschüre mit Tipps für Kinder und Jugendliche rund um das Thema Chatten finden Sie unter http://jugendschutz.net/eltern/chatten/.)
  • Fragen Sie Ihr Kind, ob Sie diesen Chatroom auch einmal gemeinsam besuchen können oder machen Sie sich bei einem eigenen Besuch Ihr Bild.
  • Machen Sie Ihr Kind eindringlich darauf aufmerksam, dass es keinesfalls persönliche Daten im Chatroom bekannt geben soll (wie etwa Fotos, Namen, Adresse oder Telefonnummer), ohne Sie vorher zu fragen.
  • Melden Sie bedenkliche Chatrooms den Beschwerdestellen von jugendschutz.net und eco/FSM.

Ungeeignete Computerspiele

Die Gefahren:

Spiele mit gewalttätigem, pornografischem, rassistischem oder in sonstiger Weise bedenklichen Inhalten sind leider weit verbreitet. Besonders gefährlich sind die so genannten Ego-Shooter, in denen der Spieler in eine menschliche oder zumindest einem Menschen ähnliche Figur schlüpft und aus deren Perspektive brutale Aktionen (wie etwa Schussgefechte) erlebt und gestaltet.

Die Schutzmaßnahmen:

  • Bewahren Sie den Überblick, wofür Ihr Kind sein Taschengeld ausgibt.
  • Informieren Sie sich – etwa auf den Internetseiten der Hersteller - über die von Ihrem Kind gespielten Games.
  • Zeigen Sie sich im Gespräch mit Ihrem Kind interessiert am Spielverlauf.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht zu viel Zeit mit Computerspielen verbringt. Allgemeingültige Richtlinien dafür, wie viel Zeit als angemessen einzustufen wäre, gibt es leider nicht – hier ist Ihre individuelle Einschätzung gefragt.
  • Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gibt Eltern und Betreuungspersonen auf ihrer Internetseite praktische Verhaltenstipps zum Thema "Gewalt und Medien". Eine Vielzahl an Hinweisen dazu finden Sie auch auf der Seite www.schau-hin.info.

Spam

Die Gefahren:

Als Schüler bekommen viele Kinder erstmals eine eigene E-Mail-Adresse. Damit wird es nicht lange dauern, bis sie zum ersten Mal mit Spam konfrontiert werden. Neben den Gefahren und Unannehmlichkeiten, die Spam bereits für Erwachsene mit sich bringt, bergen die unerwünschten Nachrichten bei Kindern zusätzliche Risiken: Sie enthalten nicht selten jugendgefährdende Inhalte oder können Kinder zu leichtsinnigem Handeln wie der Weitergabe persönlicher Daten verleiten.Massenweise versandte E-Mail-Nachrichten sind außerdem der erfolgreichste Verbreitungsweg für Schadsoftware.

Auf Spam-Nachrichten sollte nicht geantwortet werden, da jede Reaktion die Mail-Adresse für den Versender wertvoller macht – denn er kann dann sicher sein, dass seine Nachricht angekommen ist. Eine auf diese Art "geprüfte" Adresse kann dann weiterverkauft werden und man erhält noch mehr Spam-Mails.

Die Schutzmaßnahmen:

Computerschädlinge

Die Gefahren:

Viren, Würmer oder Schadsoftware gelangen heute auf vielen Wegen auf den Computer. Zwar liegt die Einrichtung von Sicherheitswerkzeugen wie Firewalls und Antivirenschutz auf dem Familien-PC in der Verantwortung der Eltern, dennoch ist es wichtig, auch Kinder frühzeitig über die Gefahren von Schadsoftware aufzuklären. Besonders die jungen Nutzer lassen sich schnell verleiten, Symbole und Links anzuklicken, die Spannendes versprechen und tappen so in die Falle von Internetkriminellen.

Durch das Öffnen infizierter E-Mails oder anderer elektronischer Nachrichten, aber auch alleine durch den Besuch von Webseiten können Computer mit bösartigen Programmen wie Viren , Würmern oder Trojanischen Pferden infiziert werden.

Die Schutzmaßnahmen:

  • Erklären Sie Ihrem Kind, was Computerschädlinge sind. Hier finden Sie nähere Informationen zu diesem Thema.
  • Stellen Sie sicher, dass auf dem Computer ein Virenschutzprogramm und eine Firewall installiert und aktiviert sind, bevor eine Verbindung zum Internet hergestellt wird und aktualisieren Sie diese regelmäßig.
  • Installieren Sie regelmäßig die vom Hersteller der von Ihnen eingesetzten Software wie Betriebssystem oder Internet-Browser bereitgestellten Sicherheits-Updates. Näheres dazu erfahren Sie auf den Internetseiten der Hersteller und hier bei uns unter "Basisschutz für den Computer".
  • Besprechen Sie mit Ihrem Kind, welche Konsequenzen bis hin zum Verlust sämtlicher Daten, Fotos und Spiele auf dem PC, der Befall mit einem Schadprogramm haben kann.

Verbreitung ungeeigneter Inhalte über Bluetooth

Die Gefahren:

Bluetooth, NFC (Near Field Communication) und andere drahtlose Schnittstellen an Smartphones und Tablets werden immer beliebter. Die drahtlose Übermittlung von Daten zwischen Mobiltelefonen, z. B. über Bluetooth, birgt aber auch die Gefahr von unbefugten Zugriffen oder der Infektion mit Viren oder Würmern. Sie werden außerdem auch dazu genutzt, um brutale Videosequenzen oder Fotos, etwa auf dem Schulhof, zwischen Handys zu übertragen.

Die Schutzmaßnahmen:

  • Klären Sie Ihr Kind über die Gefahren auf!
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind Bluetooth, NFC und weitere drahtlose Schnittstellen grundsätzlich abschaltet und nur dann aktiviert, wenn es wirklich benötigt wird. Die nötigen Schritte zur Deaktivierung variieren je nach Hersteller, informieren Sie sich dazu in der Betriebsanleitung oder auf den betreffenden Firmen-Webseiten.
  • Fragen Sie Ihr Kind von Zeit und Zeit, ob es Nachrichten mit beunruhigenden Fotos oder Videos auf seinem Handy erhalten hat.
  • Informieren Sie die Polizeibehörden, wenn Sie Gewaltdarstellungen wie etwa Snuff-Videos sehen.
  • Beachten Sie die hier angeführten Sicherheitstipps für Handynutzer.

Teure Downloads über Internet oder Handy

Die Gefahren:

Viele Apps bieten mittlerweile die Möglichkeit von in-App-Käufen. So können zunächst kostenfreie Apps schnell zu Kostenfallen werden. Auch beim Herunterladen beispielsweise von Handy-Klingeltönen oder Musikdateien können überraschend hohe Kosten entstehen.

Die Schutzmaßnahmen:

  • Schränken Sie Bezahlmöglichkeiten in den App-Stores ein oder verhindern Sie sie ganz.
  • Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, dass durch in-App-Käufe oder Downloads hohe Kosten entstehen können. Bieten Sie an, vorab gemeinsam die Kosten von konkreten Downloads zu prüfen.
  • Kontrollieren Sie Ihre Telefonrechnung auf unerklärliche oder überhöhte Posten.
  • Wertkartenhandys anstelle von Vertragshandys beschränken das Budget automatisch.
  • Weiterführende praktische Informationen finden Sie hier.

Kostenfallen Dialer und Handy-Payment

Die Gefahren:

Der Einsatz von Dialerprogrammen wurde in Deutschland Mitte 2005 gesetzlich streng reglementiert. Die Anbieter dubioser Internetservices bieten seither verstärkt die Möglichkeit an, über Handy-SMS-Nachrichten zu bezahlen – allerdings oft zu überteuerten Tarifen. Weitere Informationen zu Kostenfallen.

Die Schutzmaßnahmen:

  • Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es nicht "OK" EINGEBEN statt KLICKEN soll, wenn eine Box erscheint, die zum Herstellen einer neuen Internetverbindung auffordert ("Dialermaske").
  • Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass es zuerst mit Ihnen spricht, bevor es per SMS einen Code für die Freigabe einer Webseite bestellt.
  • Auf der Internetseite Dialerschutz.de können Sie sich über aktuelle Entwicklungen rund um Dialer informieren.

Marketing

Die Gefahren:

Unseriöse Werbefirmen versuchen Kinder – denen der Begriff "Werbung" noch fremd ist – durch verschleierte Botschaften zu beeinflussen.

Die Schutzmaßnahmen:

  • Klären Sie Ihr Kind darüber auf, dass nicht alles, was es im Internet liest, der Wahrheit entspricht. Hier zwei praktische Beispiele:

    • Viele Lebensmittel, die als "besonders gesund" angepriesen werden, sind in Wirklichkeit nicht besser oder sogar schädlicher als andere;
    • Oft stimmt es nicht, dass – wie in Werbetexten behauptet – "alle ein bestimmtes Produkt haben wollen" oder sogar "schon gekauft haben".
  • Erklären Sie Ihrem Kind, was "Werbung" bedeutet.
    Anschauliche Beispiele dazu finden Sie auf den Online-Seiten des FEZ-Kindermuseums Berlin.

Fehlendes Unrechtbewusstsein

Die Gefahren:

Viele gefährliche Viren und Würmer wurden von Jugendlichen programmiert, die sich der Konsequenzen wie Millionenschäden oder Strafverfolgung nicht bewusst waren. Auch das Hacken und Ausspionieren fremder Systeme oder das War-Driving.

Die Schutzmaßnahmen:

Klären Sie Ihr Kind darüber auf,

  • dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist;
  • dass Film- und Musiktauschbörsen illegale Inhalte enthalten können;
  • dass man unter bestimmten Umständen Kopien von Musik oder Filmen anfertigen und mit Freunden tauschen kann – das Umgehen von Kopierschutzmaßnahmen aber verboten ist;
  • dass es im Internet auch legale Quellen für solche Downloads gibt, wie etwa www.mp3.de , www.tonspion.de oder der Apple-Shop
  • und sprechen Sie mit ihm über die möglichen Schäden und die rechtlichen Konsequenzen illegaler Aktivitäten.

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