Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Smart-TV

Smart-TV-Geräte werden auch Hybrid-TV-Geräte genannt. Es sind Fernseher, die zusätzliche Funktionen haben, die über die herkömmlicher Fernseher hinaus gehen. Insbesondere handelt es sich dabei um einen Internetzugang. Smart-TV ermöglicht damit zum Beispiel Surfen im Internet und den Abruf von Filmen aus Online-Videotheken. Manchmal ist eine Webcam eingebaut oder lässt sich an das Gerät anschließen. Somit sind auch Videochats oder -konferenzen möglich.
Eine weitere Besonderheit ist die Unterstützung von Hybrid Broadcast Broadband TV (HbbTV). HbbTV ähnelt dem bekannten Teletext in der Weise, dass es zusätzliche Informationen des jeweiligen TV-Senders bereitstellt.
Einige Hersteller haben App-Stores eingerichtet, in denen Sie zusätzliche Anwendungen (Apps) erwerben und auf dem Smart-TV installieren können, um die Funktionen noch zu erweitern.

Voraussetzung für den Betrieb ist ein bestehender Breitband-Internetanschluss im Haushalt und ein Router. Den Router verbinden Sie entweder über ein Ethernet-Kabel mit dem Smart-TV-Gerät oder Sie nutzen WLAN, also die kabellose Übertragung von Daten über Funk. Bei der Nutzung von älteren WLAN-Router oder schlechtem WLAN-Empfang steht Ihnen jedoch womöglich nicht die Übertragungsrate zur Verfügung, die notwendig ist, um sich Filme in HD-Qualität anzusehen.

Damit haben Smart-TVs prinzipiell ähnliche Funktionen wie Tablet-Computer, und wie diese können sie Sicherheitslücken aufweisen.
Spezielle Anti-Viren-Programme haben sich zwar noch nicht etabliert, jedoch besteht noch kein Grund zu großer Sorge. Derzeit gibt es aktuell keine Hinweise darauf gibt, dass Smart-TV-Geräte in Deutschland im großen Stil für Cyber-Angriffe missbraucht werden.

Dennoch sind einige Vorsichtsmaßnahmen empfehlenswert:

  • Eine sehr offensichtliche, aber gleichermaßen wirksame Maßnahme ist es, Smart-TVs nur dann mit dem Internet zu verbinden, wenn dieses nötig ist. Denn "klassisches Fernsehen" ist auch ohne Online-Zugang möglich. Damit schützen Sie sich nicht nur vor möglichen Cyber-Angriffen, sondern auch vor "Tracking", also vor dem Verfolgen Ihrer Fernsehgewohnheiten zum Zweck von zum Beispiel zielgerichteter Werbung.
  • Für viele Smart-TVs, Set-Top-Boxen, Abspielgeräte und Konsolen stellen die Hersteller regelmäßig Software-Aktualisierungen, sogenannte "Firmware Updates" bereit. Sie sollten sicherstellen, dass diese Updates zügig eingespielt werden, entweder automatisch (über das Internet) oder von Hand. Denn mit solchen Updates werden häufig auch Sicherheitslücken beseitigt. Leider pflegen viele Hersteller die Software Ihrer Produkte nicht dauerhaft, sodass Schwachstellen in älteren Modellen unter Umständen nicht mehr geschlossen werden.
  • Falls Ihr Gerät die Installation von Apps unterstützt: Installieren Sie nur solche Apps, die Sie wirklich benötigen und die aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammen. Eine mögliche solcher Quellen ist, sofern vorhanden, der App-Store des Herstellers Ihres Geräts. Schädliche oder fehlerhafte Apps können Einfallstore für Schadprogramme und andere Sicherheitsprobleme sein.
  • Smart-TVs verfügen meist über eine Vielzahl an Einstellmöglichkeiten. Sofern möglich, sollten sie solche Funktionen deaktivieren, die Sie nicht benötigen. Dazu zählen zum Beispiel eine eingebaute Webcam, die Sprachsteuerung oder Funktionen zum Fernzugriff.
    Sicherheitsfunktionen, zum Beispiel die Überprüfung von Apps, sollten Sie hingegen möglichst aktivieren.
  • Auch HbbTV sollten Sie deaktivieren, wenn Sie diese Funktion nicht benötigen. Mittels HbbTV können unter anderem Internet-Inhalte eingeblendet werden, die das jeweilige TV-Programm ergänzen. Durch diese Einbindung geben Sie unter Umständen Informationen über Ihr Fernsehverhalten preis, etwa welche Art Filme Sie zu welcher Tageszeit sehen.
  • Beim Surfen im Internet sollten Sie vorsichtig sein und möglichst darauf verzichten, Passwörter oder andere vertrauliche Informationen einzugeben.
  • Denken Sie gegebenenfalls daran, den Familienfilter des Geräts einzuschalten. Im Internet gibt es zu jeder Tageszeit Sendungen, die nicht jugendfrei sind.
  • Informieren Sie sich darüber, welche Zusicherungen der Hersteller des Geräts für den Umgang mit Ihren persönlichen Daten (zum Beispiel Kamerabilder oder Fernsehverhalten) macht. Wenn es Einstellungen zum Datenschutz/Privatsphäre gibt, prüfen Sie diese Einstellungen kritisch.
  • Da die Internet-Verbindung des Smart-TV, genau wie bei einem Computer, über einen Router hergestellt wird, beachten Sie bitte die entsprechenden BSI-Empfehlungen hierfür:

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