Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Computerspiele

Computerspiele sind aus der heutigen Freizeitgestaltung für viele nicht mehr wegzudenken. Aus den anfänglich grobkörnigen Pixelgrafiken sind heute faszinierende virtuelle Welten geworden, die viele in ihren Bann ziehen.

Egal ob mit dem PC oder der Konsole, im Internet oder als App auf dem Smartphone – Computerspiele machen Spaß. Wir bieten Tipps, damit das so bleibt.

  1. Zugriffsrechte
  2. Sicherheit für Ihre Daten
  3. Passwörter
  4. Versteckte Kosten
  5. Viren und andere Schadsoftware
  6. Jugendschutz
  7. Datenschutz
  8. Belästigung und Beleidigung im Chat
  9. Urheberrecht
  10. Zuviel Online-Zeit

Zugriffsrechte

Viele Spiele erfordern Administrator-Rechte. Nur so lässt sich das Spiel starten oder alle Funktionen nutzen. Gehen Sie mit den Zugriffsrechten eines Administrators online, sind damit besondere Risiken verbunden. Ein Angreifer würde Ihren Rechner ebenfalls mit Administrator-Rechten übernehmen und somit die vollständige Kontrolle über das System erlangen.

Auch Apps verlangen Zugriffsrechte für spezielle Funktionen Ihres Smartphones. Darunter fallen beispielsweise GPS, Internetzugang, Kontakte, Nachrichten oder SMS. Apps verlangen eventuell nach mehr Rechten oder fragen mehr Daten ab als notwendig. Das ist ein Hinweis darauf, dass die App nicht sicher in der Verwendung ist.

Tipps:

  • Es ist sicherer, ein Benutzerkonto mit eingeschränkten Rechten statt mit Administrator-Rechten zu verwenden. Sollten Administrator-Rechte zum Spielen zwingend erforderlich sein, verwenden Sie idealerweise ein zweites Gerät, auf dem Sie keine wichtigen Dokumente und Daten bearbeiten. Sie sollten den Rechner auch nicht für andere Anwendungen wie zum Beispiel Online-Banking nutzen.
  • Auf den Entwicklerseiten für Ihr mobiles Betriebssystem gibt es Übersichten, welche Zugriffsberechtigungen wofür verantwortlich sind. Informieren Sie sich und hinterfragen Sie, ob die verlangten Zugriffsrechte zur Ausführung des Spiels wirklich notwendig sind.
  • Es gibt Apps, mit denen sich einzelne Berechtigungen deaktivieren lassen. Vor dem Spiel können Sie Berechtigungen deaktivieren, auf die das Spiel dann nicht zugreifen kann. So können Sie Ihr Wunschspiel risikolos ausprobieren, ohne dass Sie ungewollt persönliche Daten preisgeben. Nach dem Spielen schalten Sie die Berechtigungen wieder ein.

Sicherheit für Ihre Daten

Was für das Surfen im Internet gilt, gilt auch für Spiele, die eine Online-Verbindung erfordern: Das Risiko von Infektionen mit Computerschädlingen steigt beträchtlich. Alle Daten auf dem Gerät – wie etwa Informationen zum Online-Banking oder sonstige Passwörter – werden beim Spiel über das Internet einem Risiko ausgesetzt. Zudem kann es beim Installieren von Spielen oder Updates vorkommen, dass andere Anwendungen beschädigt oder Daten zerstört werden.

Tipps:

  • Laden Sie Dateien und Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen herunter.
  • Sichern Sie grundsätzlich wichtige Daten in einem Backup.
  • Verwenden Sie zum Spielen idealerweise einen Rechner, der nicht auch für wichtige Dinge bestimmt ist.
  • Beachten Sie den Basisschutz für Computer, Smartphones und Apps.

Passwörter

Viele Spiele setzen voraus, dass Sie sich als Spieler oder Spielerin anmelden und dass Sie diesen Zugang mit einem Passwort schützen.

Tipps:

  • Wie Sie ein gutes Passwort erstellen, lesen Sie hier.

Versteckte Kosten

Viele Anbieter bauen mit Absicht sogenannte Flaschenhälse in ein Spiel ein. Nachdem Sie das Spiel kostenlos testen konnten, folgt oft das böse Erwachen. Um weiterspielen zu können, soll Ihre Spielfigur nun spezielle Fähigkeiten und Ausrüstungsgegenstände nutzen. Diese können Sie jedoch nur gegen Geld erwerben.
Auch hinter Werbebannern, die manche "kostenlose" Spiele einblenden, können Kostenfallen lauern.

Tipps:

  • Hier hilft es, vor Spielbeginn einen Blick in die AGB des Spiels zu werfen, um solche Kostenfallen aufzudecken. Informieren Sie sich zudem im Internet über das Spiel und dessen Verlauf.
  • Vorsicht bei Schnäppchen: Populäre Apps, vor allem Spiele, werden nachgeahmt. Die Nachahmer bieten die Apps billiger oder kostenlos an, bauen aber mitunter schädliche Funktionen in die Apps ein oder locken mit kostenpflichtigen "Extra-Leveln".
  • Deaktivieren Sie die Einstellung "In-App-Käufe" in Ihrem Smartphone. Der Hersteller des Betriebssystems sagt Ihnen, wie das geht.
  • Selbst wenn es sich zunächst nur um kleinere Beträge handelt, können sich diese im Laufe der Zeit aufsummieren und zu einer beachtlichen Summe anwachsen.

Viren und andere Schadsoftware

Alles, was beliebt ist, zieht Programmierer von Schadsoftware wie magisch an. Mit Viren infizierte Apps oder Spieleerweiterungen sind leider keine Seltenheit mehr. Getarnt mit dem Titel beliebter Spiele-Apps laden Online-Kriminelle diese in die App Stores. Einmal installiert werden dann beispielsweise Kontakte ausspioniert oder der Kurzmitteilungsversand an einen Premium-Dienst aktiviert.

Browser-Spiele verwenden Programmcode, wie Java oder ActiveX, die ein zusätzliches Sicherheitsrisiko darstellen, da über sie Schadsoftware auf Ihren Rechner übertragen werden kann.

Tipps:

  • Laden Sie Ihre Apps nur aus seriösen Quellen herunter und vermeiden Sie Downloads bei unbekannten Anbietern. Falls Ihnen der Anbieter der App nicht bekannt ist, informieren Sie sich vor der Installation.
  • Lesen Sie Spiele-Bewertungen. Manchmal finden Sie hier Hinweise auf eventuelle Schadsoftware.
  • Schützen Sie Ihr Smartphone wie Ihren Computer und beachten Sie die BSI-Tipps Basisschutz für Computer, Smartphone und Apps.
  • Grundsätzlich ist es ratsam, Skripte zu deaktivieren. Nutzen Sie einen Skript-Blocker für Ihren Browser. Aktivieren Sie die notwendigen Skripte dediziert für jede Anwendung und Internet-Seite nur, wenn Sie sie unbedingt benötigen. Java sollte im Browser normalerweise deaktiviert sein.

Jugendschutz

Nicht jedes Spiel ist für jede Altersgruppe geeignet. Viele Spiele sind daher mit einer Kennzeichnung der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, einer freiwilligen Einrichtung der Computerspielewirtschaft, versehen. Laut USK soll das Bewertungssystem sicherstellen, dass Computerspiele nur an Kinder und Jugendliche abgegeben werden, dessen Inhalte für ihre Altersgruppe freigegeben sind. Diese Einstufungen richten sich nach dem Jugendschutzgesetz.

Tipps:

  • Sollte ein Spiel über keine Einstufung verfügen, finden Sie im Internet sicher Kommentare oder andere Informationen zum Spiel.
  • Testen Sie das Spiel bevor Sie es Ihrem Kind geben.
  • Im Internet gibt es spezielle Seiten mit Spieletipps für jede Altersstufe. Zum Beispiel der Spieleratgeber NRW (Anbieter: Computer-Projekt Köln e.V.) oder Spielbar (Bundeszentrale für politische Bildung).

Datenschutz

Für viele Online-Spiele ist es notwendig, persönlich Daten preiszugeben, damit sie überhaupt erst in den Spielgenuss kommen. Viele Spieler möchten Ihre Daten und Erfolge mit Sozialen Netzwerken verknüpfen, um sich mit ihren Freunden und anderen Spielern zu messen. Firmen können die Daten sammeln, verknüpfen und verkaufen.

Auch bei mancher Spielekonsole ist es nicht anders. Im Mai 2013 bezeichnete der frühere Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar in einem Interview mit dem Spiegel eine Spielkonsole als "Überwachungsgerät". Sie speichere persönliche Informationen und registriere zudem Reaktionsgeschwindigkeiten, Lernfähigkeit und emotionale Zustände. Es sei nicht auszuschließen, dass diese verarbeitet und an Dritte weitergegeben werden. Gerade Konsolen, die sich mit Bewegungssensoren steuern lassen und die biometrischen Daten speichern, stehen in der Kritik.

Tipps:

  • Geben Sie so wenige Daten, wie möglich preis. In den AGB der Anbieter können Sie nachlesen, wie mit Ihren Daten verfahren wird. Auch versteckte Kosten können Sie so von Beginn an identifizieren.
  • Auch wenn es reizvoll ist, sich mit anderen Mitspielern zu messen und Spielstände zu vergleichen, verzichten Sie auf eine Verknüpfung mit Ihrem Profil in sozialen Netzwerken.
  • Melden Sie sich nur bei vertrauenswürdigen Anbietern an. Kommt Ihnen etwas seltsam oder unseriös vor, verzichten Sie besser auf den vermeintlichen Spielspaß.
  • Verwenden Sie eine E-Mail-Adresse, die nur für diese Zwecke eingerichtet wurde. Verzichten Sie auch auf einen Avatar mit Ihrem realen Bild oder auf einen Spielernamen, mit dem Rückschlüsse auf Sie gezogen werden können. Auch eine Verknüpfung mit dem Facebookkonto sollte vermieden werden.
  • Verschiedene Nicknames für verschiedene Spiele verhindern das Zusammenführen der Spielerkonten bei verschiedenen Herstellern.
  • Die gängigen Konsolen bieten die Möglichkeit, Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen vorzunehmen. Besuchen Sie die Internetseite des Konsolenherstellers, um sich über die individuellen Einstellungen zu informieren.

Belästigung und Beleidigung im Chat

Spiele-Chats sind selten moderiert. Immer wieder kommt es vor, dass Teilnehmer im Chat belästigt werden. Dies kann von Beleidigung über rassistische Bemerkungen bis hin zur sexuellen Belästigung gehen. Lassen Sie sich das nicht gefallen.

Tipps:

  • Fertigen Sie Screenshots und Kopien als Beweismittel an und melden Sie den Verfasser der Nachrichten dem Betreiber.
  • Reagieren Sie selbst nicht auf Provokationen.
  • Kinder können weniger souverän mit solchen Situationen umgehen. Sprechen Sie mit Ihren Kindern und weisen Sie auch auf weitere Hilfen hin, wie zum Beispiel die "Nummergegenkummer". Ihr Kind kann dann gegebenenfalls Freunde auf diese Angebote hinweisen.

Urheberrecht

Nach dem Urheberrecht genießen die Urheber von Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst einen besonderen Schutz. Geschützt werden auch Software-Programme wie Computerspiele. Wer Software illegal erwirbt, verwendet oder weitergibt, riskiert zivil- oder strafrechtliche Folgen.

Tipps:

  • Verwenden Sie nur legal erworbene Software.
  • Fertigen Sie keine unzulässigen Kopien für Dritte an. Detaillierte Informationen zur Rechtslage rund um Filesharing und CD-Kopien finden Sie auf den Internetseiten von "i-rights". Die Betreiber dieses Projekts bieten hier eine systematische, sachliche und verständliche Darstellung der Aspekte und Regelungen des geltenden Urheberrechts, die Privatpersonen betreffen.

Zu viel Online-Zeit

Computerspiele sind faszinierend, der Spielverlauf meist fortlaufend. Das kann dazu verführen, im Spiel nichts verpassen zu wollen. Einige verbringen einen Großteil ihrer Zeit mit dem Spiel oder werden gar süchtig davon. Auch wenn nicht jeder Vielspieler süchtig ist: Beginnen Computerspiele das Leben zu dominieren und leidet das soziale Umfeld darunter, wird es Zeit zu handeln.

Es gibt es Anzeichen, die ein Abhängigkeitsverhältnis vermuten lassen:

  1. Ist der Spieler/Spielerin besonders euphorisch während des Spiels?
  2. Nimmt das Spielen eine zentrale Bedeutung im Leben der Person ein?
  3. Gibt es Wiederholungszwang und Abstinenzprobleme?
  4. Nimmt die Leistungsfähigkeit im realen Leben (Schule, Ausbildung, Beruf) merklich ab?

Tipps:

  • Auch für Fachleute ist der Grat zwischen Spaß und Sucht nicht immer offensichtlich. Achten Sie darauf, dass Sie selbst oder Ihre Kinder nicht zu viel Zeit vor dem Computer verbringen. Das gilt besonders, wenn Sie Anzeichen für eines oder mehrerer der oben angeführten Kriterien feststellen.
  • Lassen Sie Ihre Kinder nicht (immer) unbeaufsichtigt spielen. Eine dem Alter angemessene Spieldauer ist wichtig.
  • Bieten Sie Ihrem Kind Alternativen zu Computerspielen an. Sportspiele machen auch in der realen Welt viel Spaß.
  • In Deutschland gibt es viele Beratungsstellen zum Thema Computersucht. Scheuen Sie sich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie oder Ihre Freunde eine Abhängigkeit von Spielen vermuten.

Unsere Tipps im Überblick zum Download